Fraser Island – Mit dem Jeep durch den Sand

Einordnung der Tour auf unserer Route
Rainbow Beach und Fraser Island war unser vierter und letzter großer Stopp auf dem 2000 km langen Streckenabschnitt von Cairns nach Brisbane (Routenabschnitt auf der Karte ansehen). Rainbow Beach liegt ca. 1700 km südlich von unserem Startort Cairns. Nachdem wir also unsere Castaway Tour (zum Reisebericht) hinter uns gebracht haben, mussten wir entspannte 300km nach Rainbow Beach zurücklegen. 
Reisebericht

Rainbow Beach – ein Ort der nur durch die unmittelbare Nähe zu Fraser Island entstanden ist. Die Hostels: in einer Straße nebeneinander mit Reisebüros und einer Bushaltestelle für Greyhound-Busse direkt vor der Tür. Auf der anderen Seite die Straße mit den Hotels und den Restaurants/Shops. Kurz: So viel ist hier nicht los. Der Strand ist wunderschön mit gewaltigen Sanddünen die in allen erdenklichen Gelbtönen vor sich hin schimmern.

Die Sanddünen in Rainbow Beach

Die Sanddünen in Rainbow Beach

Fraser Island ist die größte Sandinsel der Welt (zwischendurch ein wenig Vulkangestein, aber hauptsächlich besteht diese Insel aus Sand!). Mit 1840 km2 mehr als doppelt so groß wie Rügen. Daher kann man auf der Insel auch nur in einem Geländewagen (4WD) fahren. Wir haben daher eine Self-Drive 4WD Tour gebucht (Dingos Tour). Man fährt in einer Gruppe von 3-5 Geländewagen über die Insel, den ersten Wagen fährt ein Guide, die anderen Wagen werden abwechselnd von den Teilnehmern gefahren.

Nach unserem Sicherheitsbriefing (jeder der nach Fraser Island möchte muss hier durch) und den weiteren super interessanten Anleitungsvideos wie wir uns zu verhalten haben wenn Dingos auf uns zukommen, lernten wir dann unsere Gruppe für die Tour kennen. Die Gesamtgruppe wurde in 4 kleinere Gruppen von je 8 Personen unterteilt. Wir fanden uns wieder als: The German Tank (Marc, Maik, Holger, Kathy, Stephan) und die 3 Grazien aus Südamerika (Erklärung zur Namensgebung folgt). In unserer Gruppe befanden sich zum Glück nur 5 Fahrer und jeder einzelne hatte somit mehr eigene Fahrzeit.

So ging es in den Norden von Rainbow Beach und schon war da: SAND.

Schnell durch den Sand, auf die Fähre und übergesetzt (während wir rechts von uns Delphine beim Springen beobachten konnten), da war Fraser Island und schon steckten wir das erste Mal im Sand fest. Wer gefahren ist? MARC! Anm. Kathy: Es sind halt nicht immer die Frauen die kein Auto fahren können!

On the "Road" auf Fraser Island

On the „Road“ auf Fraser Island

Bei schönem Sonnenwetter fuhren wir dann ganz gemütlich die erste Stunde auf dem Highway. Highway? Na klar, der Strand an der Ostküste ist der Highway der Insel. Ausserdem wird er aber auch als Flugplatz von Kleinflugzeugen genutzt. Nur schwimmen sollte man an diesem schönen Strand nicht, lauern rund um Fraser Island Tigerhaie, giftige Quallen und sehr starke Strömungen!

Fraser Island International Airport :D

Fraser Island International Airport 😀

Nun zurück zu der Fahrt am Strand entlang… Nachdem wir ja schon im Sicherheitsvideo darauf aufmerksam gemacht worden sind, was wir alles nicht dürfen, erinnern uns die Hinweise an der Windschutzscheibe nochmals daran und nennen uns auch zum Glück gleich die Preise für die Vergehen (für die derjenige haftet, der am Steuer sitzt). Also haben wir uns einmal überlegt, wie wir den Jackpot wohl am besten knacken können. Die Antwort: Wir nehmen dem Fahrer den Führerschein weg (150$), schnallen uns ab (250$), öffnen die Türen (300$), halten die Arme aus dem Fenster (300$), wobei der Beifahrer auf die Motorhaube klettert (1000$) während der Fahrer den Fuß dauerhaft auf der Kupplung lässt (500$) und dabei mit Vollgas durchs Salzwasser fährt (1000$). Wir haben kurz überlegt, ob wir unsere GoPros in allen Ecken des Wagens platzieren und dieses Video für ca. 430$ pro Person drehen, aber haben dann doch davon abgelassen. Sorry, diese Szene haben wir leider nicht im Best of Fraser Island Video unten.

Der Strafenkatalog

Der Strafenkatalog

Es ging dann erst einmal eine Weile am Strand entlang und siehe da, der erste DINGO! Also diese “gefährliche Bestie” (Darstellung im Sicherheitsvideo) hatten wir uns alle ein wenig gefährlicher vorgestellt. Chillte diese kleine Kreatur doch friedlich direkt neben diesem Anglerpärchen und schien wie deren Haus & Hof Hund zu sein. Auch unser Umkurven mit den vier Autos machte ihm nichts aus und er posierte gerne für Fotos. Eigentlich ein trauriges Bild, da der Dingo durch diese Gewöhnung an den Menschen als gefährdet gilt und die Population ums überleben kämpft.

Dingo!

Dingo!

Ein paar Kilometer weiter und man sieht ein altes Schiffswrack am Strand, das Wrack des Luxusliners SS Maheno welches 1935 auf seinem Weg nach Japan zu seiner Verschrottung war. Es wurde quasi dorthin abgeschleppt. Dabei kam aber ein Sturm auf, die Leine zum Schlepperschiff ist gerissen und so trieb das Boot führungslos auf dem Wasser, man hatte ihm nämlich sämtliche Steuermittel schon vorab abgenommen. Dadurch ist die SS Maheno dann auf Fraser gestrandet. Als es noch intakt so vor sich hin am Strand lag, fanden auf diesem Boot Hochzeiten und Feste statt. Heutzutage eher weniger empfehlenswert:

Das Schiffswrack der SS Maheno

Das Schiffswrack der SS Maheno

Mittags sind wir dann auch schon in das einzige Örtchen der Insel zum Mittagessen eingekehrt. Jede Gruppe hatte seine Verpflegung vorab bekommen. Frühstück, Mittagessen, und Abendessen für die 3 Tage war vorab festgelegt und rationiert. Wraps mit unglaublich gut rationierten Zutaten stand für die nächsten Mittagessen auf dem Plan. So hatte jeder täglich 2 Wraps, mit je einer Scheibe Käse, 2 Scheiben Fleisch, ein paar Gurkenscheiben, etwas Tomate, Majo und Senf. Anm. Kathy: Ich in der Gruppe mit 4 hungrigen Kerlen und 3 ebenso hungrigen Grazien… da blieb nicht mehr viel für mich übrig!!! Anm. Stephan: Stell dich nicht so an, es waren noch genügend Salatblätter übrig! Anm. Kathy: Dank mir lieber mal dafür, dass ich meine Fleischportion grosszügigerweise an dich abgetreten habe!

Mittagessen

Mittagessen

Ja, zu unseren drei Grazien. Das war eine Story für sich. Die drei haben sich elegant wie ein übergewichtiges Giraffenbaby mit zwei gebrochenen Beinen fortbewegt, jegliche englische Kommunikation die über das nötigste hinaus ging verweigert (obwohl sie es gut sprechen konnten) und sich beim Fahrer (Stephan) des Geländewagens beschwert, er möge doch bitte vorsichtiger und langsamer Fahren, als wir durch die bergige und holprige Dschungellandschaft gepest sind (der witzigste Streckenabschnitt für alle nicht spaßbefreiten Menschen). Anm. Stephan: Ratet mal, wie ich auf diese Bitte reagiert habe 😉 ! Am ersten Abend, nachdem Sie das Camp gesehen hatten, sind Sie dann zum Tourleiter gegangen und haben gefragt ob sie schon nach Hause dürfen, sie hätten sich unter der Tour etwas anderes vorgestellt… Wer Prospekte lesen kann ist demnach klar im Vorteil. Nach dem Mittagessen war unser nächster Stopp die „Central Station“ an der es einen Fluss gibt, der so klar ist, dass man diesen aus der Entfernung gar nicht erkennen konnte. Das Flussbett sieht so aus als sei es leer.

Kristallklares Wasser an der "Central Station"

Kristallklares Wasser an der „Central Station“

Die Aboriginalfrauen kommen oft zum gebären hier hin um nach der Geburt in dem kalten Wasser ihre Schmerzen zu lindern. (Mit dieser Info wollten wir dann nicht mehr dort ins Wasser). Nach diesem eindrucksvollen Ort ging es dann auch schon zum bekannten Lake Mc Kenzie, einer von 200 Süßwasserseen der Insel. Da das Wasser dieser Seen nie über Land geflossen ist, sind diese atemberaubend klar. Es befinden sich auch kaum Lebewesen im Wasser und die einzige Verschmutzung kommt mal wieder durch den Menschen (Sonnencreme, etc.).

Lake McKenzie

Lake McKenzie

Das Wetter hat leider nicht so mitgespielt. Es war ziemlich windig und zum Baden fast zu kalt (OK, wir waren mittlerweile etwas verwöhnt was warme Temperaturen angeht). Aber trotzdem zeigte uns dieser Süßwassersee sein schönstes blau. Für einen See echt beeindruckend mit seinem Schneeweißen Strand.

Lake McKenzie

Lake McKenzie

Lake McKenzie

Lake McKenzie

Nach der Zeit am und im See ging es dann zu unserem Camp. Jurassic Park Feeling! Wieso? Das gesamte Camp ist von einem Zaun umgeben. Beim Eingang fährt man über Elektroleitungen am Boden. Warum?  Alles zur Dingoabwehr. Das Camp bestand aus einer festen, überdachten Küche und „Flush toilets“ (Plumpsklos bei denen man mit ein wenig Wasser nachpumpen kann, beim Hochloben der Klos am Einführungstag – als die einzigen Wasserbetriebenen Toiletten auf Fraser Island, hatten wir uns diese ein wenig anders vorgestellt). Die Zelte waren Zweimannzelte, die sich als erstaunlich gemütlich herausstellten. Jedoch nicht als schalldicht 😉 Die Vögel am morgen konnten einen dann schon mal eben vor 6 Uhr aufwecken (oder andere Geräusche die nachts aus einem Zelt vernommen werden können).

Die Zelte

Die Zelte

Gerade aus dem Auto im Camp fingen die meisten Gruppen direkt mit dem kochen an. Gemüse wurde geschnitten, Hähnchen geteilt, Pfannen vorbereitet und Wasser gekocht. Jeder fand irgendeine Aufgabe und dieses bunte treiben war mit einer der besten Parts der Tour!

Kochsession

Kochsession

Mit dem Anfang des Kochens setzte leider auch der Regen ein, immer wieder gab es kurze, sintflutartige Schauer und jeder hoffte, dass sein ausgesuchtes Zelt trocken geblieben ist. Doch gab es erstmal wichtigeres: Der Goon war schnell auf dem Tisch und die ersten Trinkspiele machten die Runde. Bis wir dann ans gemütliche Lagerfeuer gewechselt und den Sternenhimmel bewundert haben.

Sternenhimmel am Lagerfeuer

Sternenhimmel am Lagerfeuer #nofilter

Später gingen wir dann zum Strand um noch mehr vom Sternenhimmel zu bewundern.

Sternenhimmel am Strand

Sternenhimmel am Strand #nofilter

Ein Teil der Gruppe am Strand #nofilter

Ein Teil der Gruppe am Strand #nofilter

Die Milchstraße gab es auch wieder zu sehen

Die Milchstraße gab es auch wieder zu sehen #nofilter

Es war soooo windig am Strand, dass es unmöglich war komplett still für 30 Sekunden zu posieren

Es war soooo windig am Strand, dass es unmöglich war komplett still für 30 Sekunden zu posieren

Bevor wir dann vom Strand nach Hause gegangen sind, dachte Kathy es wäre ein kluge Idee die Effektivität der Dingo-Sticks zu prüfen (50cm lange Gummischläuche die am Ausgang bereit standen und die man zur Dingoabwehr mitnehmen sollte sobald man das Camp verlässt). Da kein Dingo zur Stelle war, musste Maik herhalten, der daraufhin Kathys Kopf mit Sand waschen wollte, was Kathy wieder nicht gefiel und ein lustiges Sandwrestling hat begonnen. Stephan hatte nicht einmal Zeit die Kamera rauszuholen, da war es schon vorbei. Warum: Wie so üblich, geht es immer so lange, bis einer weint. Ratet mal wer das war? Der Bodycheck von Maik, der Kathy zu Boden befördert hat, gefolgt vom einem Elbow Drop hat dann zu einem lauten Aufschrei geführt und Kathy hat sich schön den Oberschenkelmuskel gezerrt. Anm. Stephan: Kein Kommentar! Anm. Kathy: Hier wurde mit unfairen Mitteln gespielt! Der nächste Tag begann dementsprechend mit einem verkaterten Frühstück für 4/5 des German Tanks und einer wehleidigen, humpelnden und bewegungsunfähigen Kathy. Anm. Kathy: Ich hätte Stephan mal gerne mit meinen Schmerzen erlebt! Oder lieber nicht, denn da bekommt wehleidig eine ganz andere Bedeutung… Und außerdem konnte ich gar nichts dafür! Anm. Stephan: a) Ich bin ein Ninja, mir wäre so etwas gar nicht erst passiert. 🙂 b) Da hat man einmal ne Männergrippe und blickt dem sicheren Tod ins Auge, schon wird man als wehleidig bezeichnet. 

Schnell die verletzte ins Auto verladen, den Alkoholtester ausgepackt und den Fahrer der Gruppe ermittelt (natürlich der mit den wenigsten Restpromille).

Promilletest, be vor es in die Autos geht

Promilletest, be vor es in die Autos geht

Den Tag haben wir dann mit einigen Sehenswürdigkeiten der Insel verbracht.

Fütterung der wilden Tiere

Fütterung der wilden Tiere

Geschichtsstunde vom Kapitän

Geschichtsstunde vom Kapitän

Baden in den Champaign Pools

Baden in den Champaign Pools

Hike zum Indian Hat

Hike zum Indian Hat

Klippenspringen nicht angebracht

Klippenspringen nicht angebracht

Beachvolleyball vor dunkler Kulisse. Die Regenwand hat uns aber zum Glück knapp verfehlt

Beachvolleyball vor dunkler Kulisse. Die Regenwand hat uns aber zum Glück knapp verfehlt

Ein Walskelett in den Dünen

Ein Walskelett in den Dünen

Am nächsten morgen ging es dann nach Rainbow Beach zurück, wo wir nachmittags in den unglaublich riesigen Dünenlandschaften zum Sandboarding unterwegs waren. Seht selbst im kurzen Video:

Dort hatte man aber auch einen traumhaften Blick auf Rainbow Beach und einen wunderschönen Sonnenuntergang.

Sonnenuntergang an den Dünen von Rainbow Beach

Sonnenuntergang an den Dünen von Rainbow Beach

Sonnenuntergang an den Dünen von Rainbow Beach

Sonnenuntergang an den Dünen von Rainbow Beach

Der German Tank war das letzte Mal komplett versammelt, bevor alle wieder in andere Richtungen aufgebrochen sind. Der Rest machte sich zum Burger essen und Bierpongturnier zum Dingo’s Hostel auf. Leider haben wir das Turnier nicht gewonnen (im Halbfinale ausgeschieden), denn der erste Platz hat 2 Fallschirmsprünge im Wert von 500 AUD gewonnen. Dafür wurden aber alle Minigames von uns gewonnen, was uns jedes Mal einen kostenlosen Liter Bier eingebracht hat (besonderer Dank an Stephan & Marc). Und so endetet eine Tour feuchtfröhlich.

Vor unserer Abreise weiter gen Süden sind wir noch zum Delphinfüttern nach Tin Can Bay (Karte) gefahren. Dort ist eine wilde Delphinfamilie die seit über 60 Jahren morgens an diesen Ort kommt. Die Tradition hat sich ergeben, als 1950 ein schwer verletzter Delphin am „Barnacles Cafe“ gestrandet ist. Die Bewohner haben sich dem Delphin angenommen, ihn gefüttert und gesund gepflegt. Als er wieder fit war, ist er zurück in die Wildnis geschwommen, kam aber seitdem regelmäßig vorbei um etwas kostenloses Futter abzugrasen. 1992 kam er auf einmal in Begleitung, und so setzte sich die Tradition fort. Morgens gegen 8 Uhr kommt in Tin Can Bay an Barnacles Cafe ein Delphinrudel (bis zu 9 Delphine) auf einen kleinen Snack vorbei. Und dementsprechend auch die Touristenhorden. Als wir da waren, ca. 80 Leute.

Delphinfutter

Delphinfutter

Kathys Delphinfütterung in Tin Can Bay

Kathys Delphinfütterung in Tin Can Bay

Stephans Delphinfütterung in Tin Can Bay

Stephans Delphinfütterung in Tin Can Bay

Alles in allem war Fraser Island mit der Dingos Tour ein sehr spannendes Erlebnis und definitiv weiterzuempfehlen. Man war nie abgehetzt, wir hatten einen spitzen Guide und man hatte genügend Zeit um die Insel und ihre einzigartigen Orte zu genießen. Und mit einem Jeep durch den bergigen Dschungel und über den Sandstrand zu düsen hat super Spaß gemacht. Und wir hatten auch noch Glück eine (größtenteils) super Truppe im German Tank zu haben. Danke an Holger, Maik und Marc! Und natürlich auch Danke an unsere Gastbeisitzer im Auto (als die Grazien am zweiten Tag im Camp geblieben sind): Corinne, Jana und Ramona.

Marc und Maik sind wir aber so schnell nicht losgeworden und haben gemeinsam noch ein bisschen die Ostküste runter bis Byron Bay unsicher gemacht. Dazu aber später in anderen Reiseberichten mehr.

 

Und hier ein kurzes Video mit ein paar Eindrücken

 

Weitere Castaway Fotos

Diese und weitere Fotos findet ihr auch in unserem Fotoalbum zur Fraser Island Tour.

Danke an Jana, Maik und Marc für eure Fotos!

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